OpenClaw: Die gefährlichste Software der Welt?
- Nik Thomi
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Bild: OpenClaw, Nano Banana
Was in den letzten Tagen wie ein Lauffeuer durch das Internet ging, lässt selbst Experten im Silicon Valley den Atem anhalten. Ein kleines Projekt aus Wien sorgt gerade für ein Beben, das von Apple bis hin zu den grossen Tech-Konzernen in China wahrgenommen wird. Der Wiener Software-Profi Peter Steinberger hat mit OpenClaw einen Helfer geschaffen, der die Grenze zwischen Mensch und Maschine verwischt. Doch während die einen den grossen Wendepunkt der KI-Geschichte feiern, warnen Sicherheitsfirmen vor einem «tödlichen Risiko».
In Kürze:
Der Hype: Das kostenlose KI-Projekt OpenClaw aus Wien sorgt weltweit für Schlagzeilen und hitzige Debatten.
Die Bedienung: Kein Programmieren nötig. Du chattest einfach via WhatsApp oder Telegram mit deinem KI-Agenten.
Der Gamechanger: Die KI reagiert nicht nur, sie agiert selbstständig auf deinem System.
Die Gefahr: Absolute Vollmacht über deine Daten ohne eingebaute Sicherheitsleinen.
Ein Lauffeuer im Netz
Es passiert selten, dass eine Software innerhalb einer Woche so viel Staub aufwirbelt wie OpenClaw. Entwickler Peter Steinberger hat das Tool so gebaut, dass es die «Intelligenz» grosser KIs nutzt, den Code dafür aber grösstenteils von einer KI selbst schreiben lassen – ein Werkzeug von der KI für die KI.
Dein Computer als WhatsApp-Kontakt
Das Besondere an OpenClaw ist die radikale Einfachheit in der Bedienung. Die Installation dauert keine halbe Stunde und geschieht lokal auf deinem Computer. Du verbindest OpenClaw mit den Daten auf deinem Computer, deinen wichtigsten Apps und deinem Passwortmanager. Danach nimmst du die KI einfach als Kontakt in deine Liste bei WhatsApp oder Telegram auf. Ab diesem Moment braucht es keine technischen Fähigkeiten mehr: Du schreibst deinem OpenClaw-Bot wie einem Arbeitskollegen.
Wie beeindruckend das in der Praxis funktioniert, zeigen aktuelle Beispiele aus der Community:
Der E-Mail-Killer: Ein Nutzer liess den Agenten an einem Tag knapp 6'000 E-Mails sortieren. Die KI entschied selbstständig, was in den Papierkorb wandert und welche Rechnung in den Buchhaltungs-Ordner auf dem Desktop gehört.
Der proaktive Markt-Analyst: Unternehmer lassen den Agenten nachts die Webseiten der Konkurrenz scannen. Pünktlich zum Frühstück liefert die KI via Telegram eine Analyse der Preisänderungen.
Der Sprachnachrichten-Versteher: Ein Nutzer schickte eine Sprachnachricht: «Verschieb meinen Termin und sag dem Team Bescheid.» OpenClaw hörte die Nachricht ab, verstand den Inhalt und bediente autonom den Kalender und verfasste ein E-Mail.
Die dunkle Seite: Handeln ohne Sicherheitsgurt
Die enorme Brisanz liegt in der Freiheit der KI. OpenClaw besitzt ein «anhaltendes Gedächtnis» (Persistent Memory) und lernt deine Gewohnheiten über Wochen hinweg. Das ist genial, aber gefährlich. Experten der Sicherheitsfirma Palo Alto Networks warnen vor einem Risiko-Mix, den sie als «lethal trifecta» (tödliches Dreigespann) bezeichnen:
Der Zugriff auf deine privatesten Daten.
Die Fähigkeit, eigenständig im Internet zu surfen.
Die Macht, Befehle auf deinem System auszuführen.
Da es aktuell noch keine «Leitplanken» gibt, könnte ein bösartiger Befehl auf einer Webseite, eine sogenannte «Prompt Injection», die KI dazu bringen, deine Daten zu löschen oder Passwörter zu verraten. Selbst Peter Steinberger räumt ein: «Es ist aktuell ein Projekt für Profis. Für Nicht-Techniker ist es noch zu früh.» Zudem ist der Spass teuer: Durch das ständige «Nachdenken» der KI können an einem Wochenende schnell mehrere hundert Dollar an Gebühren anfallen.
Einordnung: Ein Zeichen, keine Massenware
Wird sich OpenClaw bei der breiten Masse durchsetzen? In dieser Form wahrscheinlich nicht. Aber es ist ein gewaltiges Signal. Dass Tech-Giganten wie Alibaba oder Tencent bereits an ähnlichen Lösungen arbeiten, zeigt: Wir stehen an einer Zeitenwende.
Wir wechseln vom «Knowledge-Age» (Wissen abrufen) ins «Action-Age» (KI handelt für uns). OpenClaw ist vielleicht noch nicht das fertige Produkt für jedermann, aber es gibt die Richtung vor.
Es ist das Ende der reinen Chatbot-Ära.
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