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ChatGPT testet Werbung

  • Nik Thomi
  • 26. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Bild: ChatGPT


Bisher war ChatGPT die werbefreie Oase im Vergleich zur überladenen Google-Suche. Doch damit ist bald Schluss. OpenAI hat offiziell bestätigt: In den USA startet die Testphase für Werbung in ChatGPT. Was bedeutet das für die Neutralität der KI und für uns in der Schweiz?

 

In Kürze:

  • Der Test läuft: OpenAI schaltet erste Werbeanzeigen in den USA.

  • Zielgruppe: Betroffen sind Nutzer der Gratis-Version und das neue Budget-Modell «ChatGPT Go».

  • Das Versprechen: Die Qualität der Antworten soll nicht leiden, die Werbung steht separat.

  • Die Realität: Der finanzielle Druck durch astronomische Rechenkosten zwingt OpenAI zum Handeln.


Was genau passiert da gerade?

Es ist kein Gerücht mehr: OpenAI hat den Rollout von Werbung in den USA begonnen. Konkret werden sogenannte «Sponsored Recommendations» (gesponserte Empfehlungen) am Ende einer Antwort eingeblendet. Wer zum Beispiel nach dem besten Staubsauger fragt, bekommt wie gewohnt eine KI-Antwort – darunter platziert OpenAI jedoch Links von Partnern, die für diese Sichtbarkeit bezahlen.


Aktuell betrifft das nur die Free-User und Abonnenten des neuen «ChatGPT Go»-Plans (einer günstigeren Version für ca. 8 Dollar). Die teureren Abos wie Plus, Pro oder Enterprise bleiben (vorerst) werbefrei.


Das Vertrauens-Problem: Neutralität vs. Profit

OpenAI betont zwar, dass der Algorithmus getrennt von der Werbeabteilung arbeitet. Doch die Skepsis bleibt: Wenn ich ChatGPT nach einer Empfehlung frage, möchte ich eine objektive Antwort basierend auf Daten, nicht auf Marketingbudgets.


Das Problem ist die Transparenz. Da wir den Algorithmus nicht einsehen können, lässt sich schwer nachprüfen, ob nicht doch «zufällig» der Staubsauger-Hersteller öfter in den Suchresultaten auftaucht, der auch die Anzeigen darunter schaltet. In einer Zeit, in der KI ohnehin noch mit Halluzinationen kämpft, könnte die Vermischung mit Werbung das mühsam aufgebaute Vertrauen massiv untergraben.

 

Ein Eigentor? Der Blick auf die Konkurrenz

Könnte sich OpenAI hier selbst schaden? Die Konkurrenz schläft nicht:

  • Google (Gemini): Google hat Werbung im Blut. Sie experimentieren bereits massiv mit Anzeigen in ihrer «AI Overviews»-Suche. Hier wissen die Nutzer allerdings, worauf sie sich einlassen.

  • Anthropic (Claude): Der schärfste Konkurrent in Sachen Qualität bleibt bisher werbefrei. Anthropic positioniert sich stark über «Sicherheit» und «Ethik». Sollte Claude werbefrei bleiben, könnten Power-User, die Wert auf pure Information legen, dorthin abwandern.

 

Warum macht OpenAI das?

Die Antwort ist simpel: Geld. Die Kosten für die Rechenzentren sind gigantisch. Schätzungen gehen davon aus, dass OpenAI trotz Milliardenumsätzen durch Abos noch immer Milliardenverluste einfährt, weil das Training und der Betrieb der Modelle (Stichwort: Stargate-Projekt) Unmengen an Kapital verschlingen. Werbung ist ein bewährter Hebel, um die hunderte Millionen Gratis-Nutzer zu monetarisieren.


Was bedeutet das für die Schweiz?

Aktuell merken wir in der Schweiz noch nichts davon. Da die Schweiz (und die EU) oft strengere Datenschutzrichtlinien haben, wird der Rollout hier wohl verzögert stattfinden. Aber: Langfristig wird auch bei uns die Werbung kommen – zumindest für alle, die nicht bereit sind, 20 Franken oder mehr pro Monat zu zahlen.


Unser Fazit für KMU

Für Schweizer Firmenkunden ist das Thema zweischneidig. Einerseits bietet es eine neue Chance: Werden wir bald unsere Produkte direkt in ChatGPT-Antworten bewerben können? Das wäre ein mächtiger neuer Marketingkanal. Andererseits sinkt die Verlässlichkeit der KI als neutrales Recherchetool.

 

Wenn dein Team mehr braucht als ein Tool


Die Spielregeln bei ChatGPT ändern sich gerade fundamental. Wer weiss, wie man KI-Resultate trotz Werbung kritisch hinterfragt, bleibt im Vorteil. In unseren Workshops zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Tools souverän steuern und für Ihr KMU weiterhin echte Qualität herausholen. 

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