Was ChatGPT alles über dich weiss
- Nik Thomi
- 5. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Bild: ChatGPT
ChatGPT merkt sich Dinge über dich: deinen Namen, deinen Beruf, deine Vorlieben, manchmal auch Details, die du nur beiläufig erwähnt hast. Einiges davon hast du aktiv hinterlegt, anderes hat das Programm selbst abgeleitet. Die wenigsten Nutzer haben je nachgeschaut, was da eigentlich gespeichert ist. Mit «Dreaming V3» hat OpenAI dieses Gedächtnis Anfang Juni 2026 deutlich ausgebaut, vorerst aber nur für zahlende Nutzer in den USA, weitere Länder folgen über die kommenden Wochen. Die Grundlagen dahinter gibt es aber längst, und genau die solltest du kennen. Dieser Beitrag erklärt, wie das Gedächtnis von ChatGPT funktioniert und wie du es in den Griff bekommst.
In Kürze:
ChatGPT hat zwei getrennte Gedächtnis-Systeme: gespeicherte Erinnerungen und das Berücksichtigen des Chatverlaufs.
Beide Funktionen lassen sich einzeln ein- und ausschalten.
Zwei getrennte Systeme
Das Gedächtnis von ChatGPT besteht aus zwei Teilen, die oft verwechselt werden. Gespeicherte Erinnerungen (im Original «saved memories») sind konkrete Fakten, die als einzelne, sichtbare Einträge abgelegt werden. Du erzeugst sie, indem du es direkt aufforderst:
Merk dir, dass ich kurze Antworten bevorzuge.ChatGPT legt einen Eintrag auch selbst an, wenn etwas wichtig scheint. Diese Liste der gespeicherten Erinnerungen kannst du jederzeit öffnen und Einträge einzeln entfernen (siehe unten),
Der zweite Teil heisst Chatverlauf berücksichtigen (im Original «reference chat history»). Hier wertet ChatGPT im Hintergrund deine bisherigen Gespräche aus und leitet daraus ab, was dich beschäftigt. So lernt es deine Interessen und Vorlieben kennen und kann zukünftige Chats persönlicher gestalten. Diese Erkenntnisse erscheinen nicht als einzelne Einträge in einer Liste, sondern wirken im Hintergrund.
So steuerst du das Gedächntnis
Den schnellsten Überblick darüber, welche Erinnerungen ChatGPT über dich gespeichert hat, bekommst du, indem du ChatGPT direkt fragst:
Was weisst du über mich?Du erhältst dabei jedoch nicht die gesamte Liste, sondern nur eine Zusammenfasung der gespeicherten Einträge. Die komplette Liste findest du in den Einstellungen:
Klicke unten Links auf dein Profil -> Einstellungen -> Personlaisierung -> Runterscrollen bis «Erinnerung»Dort lassen sich «Gespeicherte Erinnerungen berücksichtigen» und «Chatverlauf berücksichtigen» getrennt steuern. Beachte: Deaktivierst du die gespeicherten Erinnerungen, wird der Chatverlauf automatisch mit ausgeschaltet. Umgekehrt kannst du die Erinnerungen aktiv lassen und allein den Chatverlauf deaktivieren.
Die einzelnen Einträge der gespeicherten Erinnerungen siehst du, wenn du in den Einstellunegn auf den Button «Verwalten» klickst.

Hinweis: den Schalter «Browser-Erinnerungen berücksichtigen» ist nur relevant, wenn du den KI-Browser Atlas verwendest, um im Internet zu surfen.
Was du sonst noch wissen solltest
Ein häufiges Missverständnis betrifft das Löschen. Wenn du einen Chat löschst, verschwinden die daraus erstellten Erinnerungen nicht automatisch mit, die musst du separat in der Verwaltung entfernen. Gelöschte Daten bleiben zudem rund 30 Tage auf den Servern, bevor sie endgültig verschwinden.
Fazit
Das Gedächtnis macht ChatGPT spürbar nützlicher, weil du dich nicht bei jedem Start neu erklären musst. Der Preis dafür ist ein Profil, das mit der Zeit recht genau wird. Wer das Gedächtnis nutzt, schaut am besten hin und wieder in die Übersicht und räumt dort auf.
Versteh die Tools, die du täglich nutztDas Gedächtnis ist nur eine von vielen Funktionen, die im Hintergrund mitlaufen. In unseren KI-Workshops zeigen wir dir, wie ChatGPT und Co. wirklich arbeiten und wie du die Einstellungen für dich nutzt. Weitere Infos zu unseren KI-Workshops findest du hier: https://www.deeds.ch/ki-workshops
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